Mit dem Projekt «Lebendiges Gürbetal» wollen acht Gürbetaler Gemeinden zusammen mit dem Naturpark Gantrisch die natürliche Vielfalt mit wirkungsvollen Massnahmen fördern. Dabei stehen ein Aktionsplan für jede Gemeinde, der Aufbau einer Gürbetal-Academy sowie das Spiel «Jeder Quadratmeter zählt» für die Bevölkerung im Fokus.
In Zukunft soll es im Gürbetal wieder mehr blühen, zwitschern und summen. Die Gemeinden Burgistein, Forst-Längenbühl, Kaufdorf, Kirchdorf, Riggisberg, Thurnen, Toffen und Wattenwil wollen gemeinsam mit dem Naturpark Gantrisch Massnahmen zur Förderung der Biodiversität umsetzen. Ziel ist es in den Jahren 2026, 2027 und 2028 100’000 Quadratmeter zusätzliche Biodiversität zu schaffen.
Ein Aktionsplan für mehr Biodiversität
Jede Gemeinde hält in einem Aktionsplan fest, welche Massnahmen sie in den kommenden drei Jahren umsetzen oder anstossen will. Der Plan hat drei Stossrichtungen: gemeinsames Engagement für die Natur stärken, Arten und ihre Lebensräume fördern sowie Lebensräume vernetzen. Die Aktivitäten werden auf öffentlichen Flächen oder in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Landeigentümern im Siedlungsraum und ausserhalb stattfinden. Bei allen Massnahmen wird die Bevölkerung einbezogen und spielt eine aktive Rolle.

Trägerschaften – die Bevölkerung macht mit
Aktuell werden pro Gemeinde Trägerschaften aufgebaut. Sie sind das Bindeglied zwischen Naturpark, Gemeinden und der Dorfbevölkerung. Sie helfen mit, das Projekt im Dorf zu verankern. Sie motivieren die Bevölkerung zum Mitmachen und stehen dieser mit lokalem Wissen zur Seite. Sie unterstützen die Projektleitung sowie die Gemeinden bei der Umsetzung der Massnahmen im Aktionsplan, bei der lokalen Kommunikation, beim Spiel sowie bei der Gürbetal-Academy. Im November fand ein erstes Treffen aller Trägerschaften statt. Dabei haben sich die Beteiligten über die Gemeindegrenzen hinaus kennengelernt und vernetzt.
Zäme für ein lebendiges Gürbetal – die Bevölkerung spielt mit
Zäme fürs Gürbetal – die Bevölkerung spielt mit Wer macht am meisten für die Biodiversität und sammelt damit Punkte für sein Dorf? Unter dem Motto «Jeder Quadratmeter zählt» treten die beteiligten Gemeinden ab Frühling 2026 gegeneinander an. Sowohl die Bevölkerung, die Landwirtschaft, das Gewerbe wie auch Institutionen – zum Beispiel Schulen und Kirchen – können an der Challenge teilnehmen. Vom Balkon bis zum Dorfplatz: Jede noch so kleine oder grosse Fläche zählt. Alle Massnahmen zur Förderung der Biodiversität sind willkommen. Wichtig ist, dass sie auch gepflegt und erhalten bleiben. Die Projekte können auf einfache Art und Weise auf dem zukünftigen Online-Portal www.lebendiges-guerbetal.ch erfasst werden. Auch der aktuelle Punktestand wird in Echtzeit auf dem Portal einsehbar sein.
Gürbetal-Academy – inspirieren, beraten, lernen und handeln
Viele Menschen möchten einen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität leisten. Oft fehlt jedoch das Wissen, welche Massnahmen wo sinnvoll sind. Die Gürbetal-Academy schafft hier Abhilfe mit einem umfassenden Kursprogramm: Gemeinsam mit lokalen Fachpersonen wie Gärtner:innen und Landschaftsgärtner:innen werden Kurse, Vorträge, Beratungsangebote sowie Wissensaustausche organisiert. Auch öffentliche Exkursionen zum Thema werden für die lokale Bevölkerung angeboten. Privatpersonen, So wird das Wissen aus der Region für die Region nutzbar gemacht. Die Gürbetal-Academy unterstützt Landwirtschaftsbetriebe, Unternehmen und Gemeinden gleichermassen dabei, über die Umsetzung von Massnahmen für mehr Biodiversität im Alltag zu lernen. Zudem wird das Team der Gürbetal-Academy auch gemeinsam mit Schulen, Lehrer:innen und Schüler:innen am Thema arbeiten.
Roadshow durchs Gürbetal
| Wann? | Wo? |
|---|---|
| 14. März 2026 | Wattenwil |
| 21. März 2026 | Kirchdorf |
| 28. März 2026 | Kaufdorf |
| 03. April 2026 | Burgistein |
| 24. April 2026 | Riggisberg |
| 25. April 2026 | Toffen |
| 02. Mai 2026 | Forst-Längenbühl |
| 03. Mai 2026 | Thurnen |
Im März startet der Naturpark Gantrisch gemeinsam mit den lokalen Trägerschaften eine Roadshow mit dem Naturpark-Infomobil durch alle beteiligten Dörfer. Ziel ist es, die Bevölkerung über das Projekt zu informieren, für mehr Biodiversität im Gürbetal zu sensibilisieren und sie ein erstes Mal zum Mitmachen zu motivieren. Unter dem Motto «Unser Dorf blüht auf» kann die Bevölkerung vor Ort Wildblumensamen in Töpfe aussähen und erste Quadratmeter für das Spiel sammeln. Im Weiteren werden lokale Schulklassen mit einem Waffelstand für das kulinarische Highlight sorgen. Damit wird der Einstieg in die Biodiversitätsförderung praktisch und erlebbar gemacht. «Das Projekt Lebendiges Gürbetal ist ein einzigartiges Projekt. Wir fördern nicht nur Biodiversität, sondern auch das gemeinsame soziale Engagement. Dank dem starken Rückhalt der Gemeinden und der Unterstützung durch die Trägerschaften bin ich zuversichtlich, dass der Funke zur Bevölkerung überspringen wird», sagt der Geschäftsführer und Projektleiter Oliver Berger.